Interview mit Ulrich Oehme (MdB AfD) zur Reise in den Nordirak

 

Ulrich Oehme, AfD-Bundestagabgeordnete aus Sachsen kehrte erst kürzlich von einem Besuch aus dem Nordirak zurück. Systemmedien unterstelltem ihm einen “illegalen Aufenthalt”. Dabei war sein Aufenthalt alles andere als illegal. Mit gültigem Visum überquerte er die Grenze zum Nordirak.
Ulrich Oehme scheute nicht diese gefährliche und unbequeme Reise, da er sich selbst vor Ort ein Bild machen und nicht nur vom Schreibtisch aus vorgefertigte Meinungen verbreiten wollte. Wie schon seine Parteikollegen, die sich nach Syrien begeben haben, bekommt er dafür massiv mediale Kritik. Wir fragen uns warum? Kann es sein, dass uns doch ein anderes Bild untergejubelt wird?

Hallo Herr Oehme, sie waren im Nordirak unterwegs.
Was hat sie bewogen, diese doch gefährliche Reise zu unternehmen?
Diese Reise war schon lange geplant. Wenn man im deutschen BT ständig über Syrien und den Irak debattiert, sollte man wissen, wovon man redet. Mich hat am meisten interessiert, wie es den verfolgten Minderheiten der Jesiden und Christen geht und wie die Situation in den Flüchtlingslagern ist.

    

War das eine offizielle Reise als AfD-Mitglied, oder eine rein private Reise?
Ich habe diese Reise als Privatreise deklariert und selbst finanziert. Mir ist jedoch klar, dass man als BT-Abgeordneter auch ständig in der Öffentlichkeit steht.

Wie war die Anreise in das Gebiet des Nordirak?
Wir sind bis Diyarbakir in der Türkei geflogen und dann mit dem Auto an die Irakische Grenze gefahren. Dort gab es einen Fahrzeugwechsel. Dann sind wir über die Grenze gefahren, haben unseren Einreisestempel und ein 30 Tage Visum erhalten. 

Was war der bleibendste Eindruck von ihrer Reise?
Ich habe ganz gegensätzliche bleibende Eindrücke, da die Unterschiede zwischen Arm und Reich extrem krass sind.  Auf der Rückfahrt passierten wir nach Dohuk den Pass und sahen über das Tal des Tigris auf den schneebedeckten Ararat. Dazu überall die üppige Vegetation. Da dachte ich, das muss hier der Garten Eden gewesen sein. Auf der anderen Seite werde ich die leeren und traurigen Blicke der aus der Sklaverei  von ISIS befreiten Frauen und Kinder ein Leben lang nicht vergessen.

Welche Erkenntnisse haben sie aus der Reise gewonnen?
Der weltweite geistliche Führer der Jesiden (vergleichbar mit dem Papst) hat uns beherbergt. In den Gesprächen mit ihm und dem Bischof von Alqosh wurde von beiden  immer wieder betont, dass Sie wünschen, dass die Geflüchteten in ihre Heimat zurückkehren sollen. In den Flüchtlingslagern haben wir festgestellt, dass viele in ihre Heimatgemeinden zurückgekehrt sind, so es die Sicherheitslage zulässt. Die Hauptängste es nicht zu tun, ist zum einen die Angst vor Sprengfallen und Mienen und zum anderen die noch vermissten Männer und Familienoberhäupter. Dazu muss man wissen, dass meistens die kompletten jesidischen Familien aber auch die Christen von der ISIS gefangengenommen wurden und dann die Frauen und Kinder von den Männern separiert wurden. Die Frauen und Kinder wurden auf dem Sklavenmarkt verkauft und die Männer meistens erschossen.

Wie haben sie das Leben der Menschen dort wahrgenommen?
Das Leben der Bewohner ist den Umständen entsprechend gut aber von extrem großen Misstrauen geprägt. Die Flüchtlinge in den offiziellen Lagern werden versorgt und den Kindern Bildung gegeben. Anders sieht es in den vielen illegalen Camps aus. Dort fehlt es an allem, vor allem an Arbeit.

Wie ist dort das Zusammenleben von Moslems und Christen?
Die Christen haben überhaupt kein Vertrauen. Sie sagen eindeutig, egal was es für Muslime sind, ob Schiiten, Kurdische Muslime oder Sunniten, das Problem ist der Koran. Sie haben beim Einmarsch des IS erlebt, welchen Wandel der ehemalige gute Nachbar auf einmal nahm. 

Können Iraker in ihre Heimat gefahrlos zurückkehren?
Ja, in die Gebiete, die von Minen geräumt sind.

Was braucht das Land jetzt am dringendsten von der internationalen Gemeinschaft?
Es müssen diejenigen isoliert werden, die die Konflikte am kochen halten wie die Türkei, die USA und Saudi-Arabien.

Was würden sie den Kritikern sagen, die derzeit viel über die Reise schreiben und reden?
Eure Pflicht als Reporter wäre es gewesen, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Wenn unsere Medien über Syrien berichten, so tun sie dies aus dem sicheren Ägypten heraus.

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg in Berlin.

 

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